Kind mit Verstopfung sitzt am WC

Verstopfung

Wenn der Klogang zu Dauersitzung wird

Unausgewogene, ballaststoffarme Ernährung, wenig Bewegung, aber auch Ängste und Sorgen können schon bei Kindern zu Verstopfung führen.

„Mami, da kommt nichts raus …“ Die kleine Maxi sitzt nun schon seit einer halben Stunde auf der Toilette. Er hat zwar das Gefühl, „groß“ zu müssen, hat aber Probleme bei der Entleerung und klagt über Bauchweh, Krämpfe und Schmerzen im After. Oft ist harter, trockener Kot die Ursache der Beschwerden – ein Signal für Verstopfung.

Eine seltene Stuhlfrequenz allein ist nicht zwangsläufig ein Indiz für eine Verstopfung. Der normale Bereich liegt von mehrmals täglich bis nur 2-3 Mal pro Woche.

Tipps zur Vorbeugung von Verstopfung bei Kindern

  1. Auf ausreichend Bewegung (ob durch Spielen oder Sport) achten – sie bringt den Darm in Schwung und regt die Verdauung an.
  2. Viel Flüssigkeit über den ganzen Tag verteilt: Wasser, ungesüßter Früchte- bzw. Kamillentee. (Achtung bei Fencheltee - kann stopfend wirken). Keine zuckerhaltigen Getränke oder Limonaden wie z. B. Cola, Almdudler, besser mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte (Saft:Wasser im Verhältnis 1:2).
  3. Ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse wie v.a. Brokkoli, Fenchel, Spinat, Zucchini, Kürbis sowie Früchte wie z. B. Birnen, Pflaumen, Marillen, Feigen) – Ballaststoffe binden Wasser, lockern den Stuhl auf und regen die Darmtätigkeit an. Oftmals führt der Mangel an Ballaststoffen zur Verstopfung.
  4. Eingeschränkter Verzehr von „stopfenden“ Lebensmitteln wie Bananen, Weißbrot, Fastfood, Kuchen und maßvoller Umgang mit Süßigkeiten wie z. B. Schokolade. Auch zu viel Milch oder Kakao meiden, besser Buttermilch, Jogurt und Käse anbieten.
  5. Auch Stress, Druck, seelische Ängste können bei Kindern eine Verstopfung auslösen: geregelte Tagesabläufe einhalten und den Kindern jeglichen Druck beim Stuhl-/Toilettengang nehmen!

Tipps zur Behandlung von Verstopfung bei Kindern – natürliche Abführmittel

  1. Kinder-Probiotika (speziell für Kinder ausgewählte Milchsäurebakterien)Kind mit Verstopfung bauen die Darmflora wieder auf, lockern den Stuhl auf und beschleunigen die Darmpassage.
  2. Mini-Klistiere (Mini-Einläufe) mit einer hochkonzentrierten Lösung von natürlichem Glycerin für rektale Anwendung dienen der schnellen, einfachen symptomatischen Behandlung von Verstopfung, sorgen für eine Gleitwirkung des Darmtrakts und erleichtern die Darmentleerung.
  3. Bei Säuglingen und Kleinkindern können Hausmittel gegen Verstopfung, wie Milchzucker und Olivenöl, helfen. Mit Wasser vermischt trinken oder in den Brei mischen. Ebenso wie Probiotika.
  4. Auch bei älteren Kindern bieten Glycerin-Zäpfchen oder Mikroklistiere im Akutfall gute und schnelle Soforthilfe.
  5. Natürliche Abführmittel, wie eingeweichtes Trockenobst, auch Haferkleie oder Leinsamen mit ausreichend Flüssigkeit kombiniert sowie Traubensaft, unterstützen die Verdauung bei Verstopfung. Bei Babynahrung mehr Wasser als üblich einrühren.
  6. Eine sanfte, im Uhrzeigersinn kreisende Ölmassage (z. B. Melissenöl) des Bauches oder eine Wärmeflasche kann bei Verstopfung anregend wirken.

Achtung!


Bei anhaltenden starken Schmerzen, hartem Bauch, sehr harten Kotballen oder schleimigen, blutigem bzw. schwarzem Stuhl, Fieber oder Erbrechen muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

 

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